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Geschichte

Eine kurze Geschichte der Auberge de Sauvabelin

Im Jahr 1888 erhielt die Société de développement de Lausanne eine Konzession zur Errichtung eines ganzjährig nutzbaren Eislaufsees und eines Restaurantpavillons in Sauvabelin. Die 1891 erbaute „Auberge de Sauvabelin“ war damals ein hübsches zweistöckiges Holzgebäude.

©Anonym, Schlittschuhläufer auf dem zugefrorenen See von Sauvabelin, Postkarte, um 1900, Sammlung des Historischen Museums von Lausanne

Der Ort wird zu einem Ausflugs- und Erholungsort für die Einwohner*innen von Lausanne und Touristen, die diesen Ort entdecken, um auf diesem kleinen künstlichen See zu rudern und Inlineskaten zu gehen. Der Zugang erfolgt über die Standseilbahn, die bis Ende der 1940er Jahre von der Place du Vallon aus die Stadt mit Sauvabelin verband.

©Anonym, Bootfahren auf dem Sauvabelin-See, Postkarte, um 1905, Sammlung des Historischen Museums von Lausanne

In den 1950er- und 1960er-Jahren unternahm die Association des Intérêts de Lausanne (ADIL), die sich damals um das Schicksal des Ortes kümmerte, umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten im Innen- und Außenbereich, wodurch sich die Raumverhältnisse und die Aufteilung der Auberge veränderten. Auf der Terrasse des Hauses herrschte damals eine ausgelassene Atmosphäre, und an den mit karierten Tischdecken gedeckten Tischen konnte man am Ufer im Schatten der Trauerweiden seinen Durst stillen und sich stärken. 

©Anonym, Café-Restaurant am Sauvabelin-See, Postkarte, um 1955, Sammlung des Historischen Museums von Lausanne

Die Stadt Lausanne erwarb die Auberge im Jahr 1983 und führte dort ebenfalls Renovierungsarbeiten durch. Da dieses Lokal sehr beliebt und als eines der besten Restaurants in Lausanne bekannt war, beschloss die Stadt Anfang der 90er Jahre, das Angebot zu ergänzen, indem sie ein kleines Nachbargebäude umbaute, in dem sich öffentliche Toiletten, Umkleideräume für den Eislaufsport und ein Raum für die Straßenreinigung befanden. Mit einem eher volkstümlichen Charakter entstand so ein neues Lokal, das den Namen „Pinte à fromages du lac de Sauvabelin“ erhielt. Es fand bereits bei seiner Eröffnung im Jahr 1994 sein Publikum.

Von 2002 bis 2014 übernahm ein neuer Betreiber die beiden Betriebe mit dem gleichen Konzept: Qualität für die „Auberge“ und einfache, herzliche Geselligkeit für die „Pinte“. Im Jahr 2014 wurde in Absprache mit dem Betreiber, der seine Lokale abgeben wollte, beschlossen, dass die „Auberge“, die umfangreiche Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten benötigte, geschlossen werden musste, bevor sie wieder betrieben werden konnte. Nach einigen Auffrischungsarbeiten und einer Ausschreibung erhält die „Pinte“ ab April 2015 einen neuen Betreiber, wodurch sichergestellt ist, dass am Standort Sauvabelin ganzjährig ein geöffnetes Lokal zur Verfügung steht.

Überlegungen und erste Bürgerbefragung im Jahr 2017 

Im Rahmen der Überlegungen zur Zukunft ihrer Auberge und nach der Analyse mehrerer Szenarien organisierte die Stadt Lausanne im November 2017 eine Bürgerbefragung. Ein Online-Fragebogen und Workshops in der „Auberge“ luden die Bevölkerung dazu ein, sich an den Überlegungen zur Zukunft der öffentlichen Einrichtungen in Sauvabelin zu beteiligen. Fast 500 Personen teilten ihre Erinnerungen an die Einrichtungen des Geländes, listeten frühere und aktuelle Nutzungsarten auf und brachten ihre Ideen, Wünsche und Erwartungen zum Ausdruck. Die Ergebnisse dieser Befragung bestätigen die starke Verbundenheit der Lausanner Bevölkerung mit diesem Freizeitgelände, das nur einen Katzensprung vom Stadtzentrum entfernt liegt und eine echte „grüne Lunge“ darstellt, die von Jung und Alt gleichermaßen geschätzt wird.

Projekt zum Abriss der Auberge: eine vermeintlich gute Idee

Angesichts des baufälligen Zustands der Auberge de Sauvabelin und der Expertengutachten, die deren Abriss empfahlen, schlug die Stadtverwaltung dem Gemeinderat im September 2020 vor, auf dem Gelände von Sauvabelin lediglich die „Pinte“ als öffentliche Einrichtung beizubehalten und einen partizipativen Rückbau derAuberge vornehmen und an deren Stelle einen Bereich zu schaffen, der eine neue Verbindung zwischen dem kürzlich neu gestalteten Spielplatz und dem „renaturierten“ See ermöglicht.

Ziel dieses Projekts war es, ein schlichtes und leichtes Gestaltungskonzept zu entwickeln, das die Anpflanzung von Bäumen, die Aufstellung von Picknickanlagen, die Präsenz von Food-Trucks entsprechend den ermittelten Bedürfnissen sowie die Anpassung des Angebots an Familien und Senioren vorsah. Der Rückbau sollte durch Workshops partizipativ gestaltet werden und bot die Möglichkeit, Materialien und fest installierte Ausstattungselemente der Auberge wiederzuverwenden.

Verzicht auf das Rückbauprojekt

Obwohl das Gebäude der Auberge architektonisch nicht als Kulturgut anerkannt ist, wird ihm von den Einwohner*innen von Lausanne ein sentimentaler Wert beigemessen. Im Juli 2019 wurde vom „Mouvement pour la Défense de Lausanne“ (MDL) eine Petition eingereicht, die von der Stadtverwaltung geprüft wurde. Sie führte zur Aufgabe des Abrissvorhabens und zur Umsetzung der vorliegenden Sanierungspläne, um die „Auberge de Sauvabelin“ wieder zum Leben zu erwecken.

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