Universitätsworkshop 2021: Der Bereich Riponne-Tunnel im Zeichen des Klimawandels
Wie lässt sich die Stadt an den Klimawandel und die sich verändernden Temperaturen anpassen? Im Rahmen eines gemeinsam mit der Universität Lausanne durchgeführten Aktionsforschungsprojekts wurden Studierende im zweiten Jahr des Masterstudiengangs Geografie mit dem Schwerpunkt „Nachhaltige Stadtplanung und Raumordnung“ (UDAT) am Institut für Geographie und Nachhaltigkeit der UNIL, dazu eingeladen, über die Schaffung eines stadtweiten Kühltnetzes sowie über städtebauliche Maßnahmen auf der Ebene der Place du Tunnel nachzudenken. Präsentation der Vorschläge der verschiedenen Gruppen.
SPONGE
Um das Konzept der städtischen Kühleinseln zu erproben, befasst sich das SPONGE-Projekt mit der Wasserdimension und schlägt eine Vision vor, die darauf abzielt, sich an die Auswirkungen städtischer Wärmeinseln anzupassen und diese abzuschwächen.
Das Projektkonzept basiert auf der Idee der „Sponge City“. Ziel ist es, Wasser in all seinen Formen zu berücksichtigen und es so weit wie möglich im System zu halten. Dabei geht es darum, die durch Beton unterbrochenen natürlichen Kreisläufe nachzuahmen. Abfließendes Wasser wird durch durchlässige Mulden und Beläge aufgefangen, und die Pflanzen nutzen dieses Wasser, um durch Evapotranspiration für eine kühlende Wirkung zu sorgen. Das Wasser wird somit in all seinen Formen genutzt (Regen, Evapotranspiration, im Boden vorhandenes Wasser, Springbrunnen usw.). Darüber hinaus ermöglicht dieses schwammartige System eine symbolische Wiederbelebung der „La Louve“, die historisch präsente und prägende Kraft der städtischen Struktur.
Durchlässigkeit ist das Schlüsselwort hinter dem Konzept der „SpongeCity“. Es bezieht sich sowohl auf das Wassersystem als auch auf die Mobilität zwischen den Räumen. Der so geschaffene „Schwamm“ wird für die Bewohner zu einem Mittel, den Raum zurückzugewinnen, der derzeit von einem Freiluftparkplatz eingenommen wird. Dadurch werden die Orte sichtbarer und die Fußgängerverbindungen durch die Verknüpfung der Plätze gestärkt. Anstatt also an den Wänden entlangzuschlendern, nimmt man einen zentralen, durchlässigen und erfrischenden Raum in Anspruch. Der Ort verwandelt sich von einem Durchgangsort in einen Ort zum Verweilen.
Axelle Bollmann, Thomas Jaton und Floriane Viroux
Der Place du Tunnel, ein klimafreundlicher Treffpunkt
Das Projekt „La place du Tunnel, ein Klimaschutzraum“ zielt darauf ab, ausgehend von den architektonischen Merkmalen der auf dem Gelände befindlichen Gebäude ein Kühltnetzwerk zu schaffen. Die in diesem Projekt berücksichtigten Gebäude und Räume beziehen sich auf Schutz- bzw. Zufluchtsorte sowie auf öffentliche Räume. Diese wurden hinsichtlich der Kühleigenschaften der Gebäude und ihrer öffentlichen Nutzung analysiert.
Die zahlreichen öffentlichen Räume, die Kühlezonen (Museen, Kirchen, U-Bahn-Haltestellen usw.), die Parks, die Sportanlagen und die Waldgebiete auf dem Gebiet von Lausanne sind sehr wichtige Elemente, um die Auswirkungen von Wärmeinseln zu verringern. Die Schaffung eines dichten Netzwerks zwischen diesen verschiedenen öffentlichen Orten ist notwendig, um Rückzugsorte für die Bevölkerung und schattige Bereiche zu schaffen, die das städtische Klima verbessern.
Dieses Projekt zielt darauf ab, einen Ort der Kühle zu schaffen, an dem man dank schattiger, luftiger und begrünter Bereiche Schutz findet. Die Merkmale dieses Projekts erinnern an die Frische und Ästhetik der Kathedrale von Lausanne und bewahren gleichzeitig ihren monumentalen Charakter und ihre Identität. Die Berücksichtigung der Formen der Place du Tunnel in Verbindung mit den geometrischen Formen der Kathedrale ermöglicht eine optimale Nutzung der Freiflächen. Durch die Stadtmöblierung soll das Projekt an diese Elemente anknüpfen, um öffentliche Räume und kühle Rückzugsorte zu schaffen, die für alle zugänglich sind.
Manolo Galvani und Alexia Couturier
Einstiegspunkt
Die Stadt Lausanne besteht aus mehreren unterschiedlichen grünen Netzwerken. Ein weitläufiges Netz aus Wäldern, prägenden Wasserläufen und großen Grünanlagen muss erhalten, aufgewertet und gestärkt werden. Ein feineres Netz aus bepflanzten Alleen und privaten Gärten dient als Verbindung zwischen den verschiedenen Bereichen und bildet so echte Grüngürtel und ökologische Korridore. Der Place Riponne-Tunnel fungiert als Tor zum Grüngürtel, der aus dem Wald von Sauvabelin und dem Parc de l’Hermitage in der Stadt Lausanne besteht. Dieser Platz fungiert als Bindeglied zwischen Waldgebieten und bebauten Flächen und sorgt für einen Hauch von Frische im städtischen Umfeld.
Da sich die Wärmeinseln hauptsächlich im Stadtzentrum (Flon, Bahnhof) befinden, sorgen Grünachsen und ökologische Korridore für Abkühlung in der Stadt. Die Begrünung ist daher das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Wärmeinseln, die durch die mineralischen öffentlichen Räume im Stadtzentrum entstehen.
Die erfrischenden Grüngürtel laufen im Pichard-Gürtel zusammen, der diese Frische dann wie eine Frischematrix in die ganze Stadt weiterleitet und verbreitet. Der Pichard-Gürtel leitet diese Verbreitung dank seiner zahlreichen hochwertigen öffentlichen Räume ein und fungiert als echter Grüngürtel mitten im Zentrum von Lausanne.
Im Norden besteht das Ziel darin, den Wald von Sauvabelin auf den Place du Tunnel auszudehnen, um einen kleinen Wald mit durchlässigem Boden und Wegen anzulegen. Dadurch entsteht eine wichtige Kühleinsel. Im südlichen Teil geht der Wald allmählich in die städtischen Gärten über; daher findet man dort eine Mischung aus Anlagen mit Bäumen und essbaren Pflanzen. Das Ganze wird durch Sprühnebelanlagen ergänzt, um die Schaffung der Kühleinseln zu vervollständigen. Der südliche Bereich ist somit in erster Linie ein öffentlicher Raum, der der Begegnung und der Entspannung gewidmet ist – und das alles in kühler Atmosphäre, die den Übergang vom Wald zur Stadt markiert.
Yann Duchoud, Diego Camara Gressot, Gilles Magnin


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