Place de la Riponne: Die von Kindern und Jugendlichen angesprochenen Themen
Dieser Artikel fasst die wiederkehrenden, prägenden Elemente zusammen, die im Laufe der Workshops und Spaziergänge mit Kindern und Jugendlichen für den Bereich der Place de la Riponne zutage getreten sind. Sie sind nach „Themen“ gegliedert, um einen Überblick über ihre derzeitige Darstellung in der Vorstellungswelt des jungen Publikums zu geben.
Begrenzungen und Bodenbeläge
Bodenbeläge werden von Kindern oft als räumliche Begrenzungen wahrgenommen. Trotz einer gewissen Einheitlichkeit der Pflastersteine wird die Place de la Riponne auf der Nordseite durch die Straße begrenzt. Die Grenette und der Parkplatz werden daher nicht als Teil des Platzes betrachtet (weitere Informationen zur Grenette finden Sie im Artikel „L’entre-deux“). Im Süden des Platzes definiert die Art des Bodenbelags nicht immer eindeutig das Ende des Platzes, da sich die Nutzung darüber hinaus erstreckt. Der Kiosk (mit U-Bahn-Eingang und Zugang zum Parkplatz) markiert hingegen eine Grenze, die den Bereich zwischen dem Espace Arlaud, der Post und dem Rest der Place de la Riponne abgrenzt.

Leer, aber geräumig: eine geschätzte Flexibilität
Kinder erkennen den Place de la Riponne wieder, weil „er immer leer ist“. Diese Besonderheit wird nicht unbedingt als negativ empfunden. Tatsächlich wird die Flexibilität des Platzes tagtäglich von Kindern und Jugendlichen genutzt, die mit ihrer Familie auf den Markt kommen, sonntags Fußball spielen, an Veranstaltungen teilnehmen, eine Vorstellung während des Festivals „Cité“ besuchen usw.
Junge Menschen schätzen die Anwesenheit der Food Trucks im südlichen Bereich des Platzes. Sie sind der Meinung, dass diese vorübergehende Aufstellung dank ihrer Mobilität dazu beiträgt, den Platz ein wenig zu beleben, ohne dabei seine Nutzungsmöglichkeiten einzuschränken. Ihrer Meinung nach würde flexibles und versetzbares Stadtmobiliar dazu beitragen, dass die Place de la Riponne im Alltag lebendiger wird, während sie gleichzeitig für Großveranstaltungen frei bleibt.

Koexistenz und Nebeneinander
Obwohl die Anwesenheit der „Stammgäste“ auf der Place de la Riponne nicht übersehen wird, fällt es Kindern und Jugendlichen sehr schwer, sie beim Namen zu nennen, und sie empfinden ein gewisses Unbehagen dabei, darüber zu sprechen. Dennoch scheint diese Gruppe von Akteuren sie nicht zu stören. Auch wenn sie es vermeiden, im Alltag mit ihnen zu interagieren, erscheint ihnen das Prinzip der gemeinsamen Raumnutzung als ein schlüssiges und erstrebenswertes Ziel. Für sie ist es selbstverständlich, dass die Place de la Riponne ein öffentlicher Raum für alle sein muss und dass jeder dort seinen Platz finden können muss.
Übrigens erweist sich die große Fläche des Platzes als bemerkenswerter Vorteil, damit ein harmonisches Miteinander zwischen den verschiedenen Aktivitäten und den unterschiedlichen Nutzern stattfinden kann: Man kann sich dort begegnen, ohne sich gegenseitig zu behindern.
Es lassen sich auch bestimmte Synergien bei der Nutzung anstreben: Ein Spielplatz, selbst ohne eigens dafür vorgesehene Spielgeräte, der an eine Caféterrasse, eine Bank oder einen Kiosk angrenzt, wird von Kindern mehr geschätzt, da sie verstehen, welchen Nutzen auch die sie begleitenden Erwachsenen darin sehen. In diesem Sinne ist der rote Pavillon am Fuße der Madeleine-Treppe besonders wichtig und scheint einen besonderen Stellenwert zu haben. Durch seine Anwesenheit werden die Treppen als Sitzgelegenheit genutzt und der Brunnen als Spielplatz.

Brunnen
Der Brunnen wird als eines der Wahrzeichen des Place de Riponne erwähnt. Das Vorhandensein von Wasser wird aus verschiedenen Gründen geschätzt: aus ästhetischen, ökologischen (Erfrischung im Sommer) oder spielerischen Gründen. Allerdings wurde in den Diskussionen häufig angesprochen, dass er nicht oft in Betrieb ist. Wenn dies der Fall ist, bleibt nur ein großer schwarzer Granitblock übrig, der einerseits als Sitzgelegenheit dienen kann, andererseits aber für die Jüngsten eine Wand auf Augenhöhe bildet. Dieser Granitsockel ist auf allen Zeichnungen des Brunnens zu sehen; er bildet eine Mauer, die man überwinden muss, wenn man mit dem Wasser spielen will.

Die Metro als Orientierungspunkt
Durch die U-Bahn entstehen Ströme von Jugendlichen, die den Place de la Riponne durchqueren.
Für die Jüngeren, die die U-Bahn nicht oft als tägliches Verkehrsmittel nutzen, gilt die Haltestelle Riponne eher als Ausgangspunkt für den Rest der Gemeinde denn als Möglichkeit für die Lausanner, die Aktivitäten im Stadtzentrum zu erreichen. Generell werden die Aktivitäten in den Untergeschossen kaum thematisiert und wirken geheimnisvoll.
Zudem prägt die auffällige Beschilderung des M2 den Place de la Riponne. Sie dient den Jüngsten als Orientierungspunkt und ist ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche.

Palais de Rumine / Palais de la Riponne
Aufgrund seiner Form und seiner Größe ist der Palais de Rumine leicht zu erkennen. Dieses symbolträchtige Gebäude, dessen Grundrissfläche größer ist als die der Kathedrale, beeindruckt und zieht die Blicke auf sich. Für Kinder steht es eindeutig für die Place de la Riponne und wird manchmal sogar so genannt. Tatsächlich hört man im Sprachgebrauch der jüngsten Kinder den Begriff „Palais de Rumine“ kaum, wenn es um „dieses große Gebäude“ geht. Sie bevorzugen Bezeichnungen wie „Palais de la Riponne“, „Musée de la Riponne“ oder die Namen der darin untergebrachten Museen (Museum der Schönen Künste, Zoologisches Museum usw.).
Die Außentreppen gehören zum Platz und bilden eine Erweiterung des öffentlichen Raums. Als Spielplatz, Sitzgelegenheit für den Nachmittagssnack, Treffpunkt oder Podium für Reden sind sie ein echter „Bestandteil“ des öffentlichen Raums an der Riponne.
Die Treppen setzen sich im Inneren fort und werden von den Jugendlichen auf dieselbe Weise genutzt, wenn nicht sogar noch intensiver, da sie beheizt sind und im Gegensatz zu den Konsumstätten kostenlos sind und Zugang zum WLAN bieten. So werden die öffentlichen Bereiche des Palais de Rumine und der Bibliothek zu echten Orten der Geselligkeit, an denen sich die Jugendlichen treffen. Dieser öffentliche Innenbereich ist auch den Kindern bekannt, die ihn nutzen, um vom „Sentier des Colombes“ zum Platz zu gelangen. Sie genießen es besonders, im Warmen zwischen den ausgestopften Tieren und den Stuckverzierungen zu verweilen.
Mal als Erweiterung des öffentlichen Raums, mal als privilegierter Zugang zum Platz – der Palais de Rumine verschmilzt mit der Place de la Riponne, von der er jedoch durch seinen Sockel weitgehend isoliert ist. Er ermöglicht es, die natürliche Topografie des Hügels bis hin zur Cité zu erkunden.

Passerelle, ein risikoreiches Unterfangen
Der Hintereingang des Palais de Rumine über die Fußgängerbrücke, die das Obergeschoss des Gebäudes mit dem Hügel „Cité“ verbindet, ist ein Weg, der von vielen Kindern und Jugendlichen gerne genutzt wird. Kinder empfinden ihn als riskanten Weg, da er rutschig und laut ist, der aber auch eine Herausforderung darstellt, die es zu meistern gilt, und daher nach der Überquerung ein Gefühl der persönlichen Zufriedenheit vermittelt. Vor allem ist diese Fußgängerbrücke attraktiv, weil sie demjenigen, der es geschafft hat, sie zu überqueren, den Zugang durch eine kleine Hintertür ermöglicht, die in der Vorstellung der Kinder als Geheimtür gilt. So schaffen sie sich einen alternativen Weg, der über den „Sentier des Colombes“ führt, die „Natur“ (einen grasbewachsenen Hang) durchquert und über die Fußgängerbrücke und den Palais zur Place de la Riponne gelangt.
Die jungen Erwachsenen, die diesen Übergang nutzen, sind vor allem Gymnasiasten aus der Cité. Dieser Übergang ist sehr praktisch für diejenigen, die aus dem Westen von Lausanne kommen oder die Metro nutzen. Der Zugang „in die Stadt“ erfolgt eher auf der anderen Seite des Cité-Hügels, in Richtung der Bessières-Brücke und der Rue Centrale. Sie schätzen diesen Durchgang auch wegen seiner idyllischen und natürlichen Eigenschaften, die Überreste eines abgeflachten Hanges sind.

Details und Symbole – Träger der Vorstellungskraft
Die architektonische Innenausstattung des Palais wird von Kindern geschätzt, die zahlreiche Details in den Zierleisten oder Mosaiken entdecken, sowie von Jugendlichen, die die bauliche Qualität des Palais schätzen und darin ein Symbol für den Wert des Gebäudes sehen.
Von außen kennen die Jüngeren die beiden „Löwen“-Statuen (Sphinx und Greif) sehr gut, die auf den Säulen thronen. Diese beeindruckenden Wesen sind zum Symbol des Palais de Rumine geworden und bilden im weiteren Sinne einen wesentlichen Bestandteil des Bildes der Riponne.
Im Erdgeschoss bestehen die Fundamente des Palais aus massiven Quadersteinen. Das sind echte Mauern in Kindergröße! Wieder einmal beeindrucken und faszinieren diese die Kinder. Mit ihrer lebhaften Fantasie nehmen sie die dort befindlichen Türen als Geheimgänge wahr.
Auf dem Platz ist die im Zement der Pflastersteine festgeklemmte Zange ebenfalls ein Element, das Geschichten transportiert, und diesmal gilt dies für Kinder ebenso wie für Jugendliche. Es kursieren zahlreiche Legenden, die ihre Anwesenheit erklären sollen, und sie zögern nicht, ihre eigenen Erklärungen zu entwickeln.
Generell und im gesamten Bereich werden architektonische Unebenheiten von Kindern und Jugendlichen geschätzt. Sie ermöglichen es den Kleinsten, sich ihre eigene Vorstellung von den Orten zu schaffen und so die Räume, die sie täglich nutzen, für sich zu entdecken und zu schätzen.

Die Problematik der Erdgeschosse
Die Tiefgarage scheint das junge Publikum nicht zu stören, ganz im Gegenteil: Denn sie bedeutet, dass keine Autos auf dem Platz stehen und somit mehr Platz für Fußgänger zur Verfügung steht (im Gegensatz zur Place du Tunnel). Den Älteren ist jedoch durchaus bewusst, wie schwierig es ist, den Platz zu beleben, wenn die Erdgeschosse als Parkplätze genutzt werden. Es sind nicht nur die Autos, die im Erdgeschossbereich der Place de la Riponne ein Problem darstellen. Diese Frage wird aufgeworfen, während auf der anderen Seite der Sockel des Palais de Rumine nicht genutzt wird.
Mit einem Hauch von Ironie stellen die Jugendlichen fest, dass es anstelle des Tunnels zwar zahlreiche Geschäfte gibt, die den Platz beleben, sie aber kaum Platz haben, sich im Freien aufzuhalten, und dass das Potenzial zur Belebung des öffentlichen Raums dadurch eingeschränkt ist.



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